Auf 472 Seiten haben 24 Autoren, Wissenschaftler und Heimatforscher eine außergewöhnliche Forschungsarbeit zur Meisburger Geschichte vorgelegt.         

 

Ortsbürgermeister Johann Görgen freute sich am dritten Adventssonntag, in dem bis auf den letzten Platz besetzten Bürgerhaus zahlreiche Interessierte für die spannende Geschichte Meisburgs begrüßen zu können. Er hob mit persönlichen Worten vor allem die Arbeitsleistung des Autorenteams hervor, welches in unzähligen Stunden über knapp sieben Jahre unermüdlich geforscht und geschrieben habe.

Gerd Becker betonte für den 2008 gegründeten Arbeitskreis Geschichte, dass dank der intensiven Nachforschungen vor Ort und in zahlreichen internationalen Archiven ganz neue Erkenntnisse zutage getreten seien. Etwa, dass es bei Meisburg im Mittelalter bereits eine Eisenerzverarbeitung noch vor derjenigen in Eisenschmitt und Himmerod gegeben habe. Und dass noch im Jahre 1860 ein Eisenerz-Bergwerk in Betrieb gewesen sei. Auch habe sich gezeigt, dass der aus Meisburg stammende Professor Anton Servatii einst Lehrer des Philosophen und Weltbürgers Karl Marx gewesen sei. Ziel des Arbeitskreises Geschichte sei zudem von Anfang an gewesen, die eigenen Forschungen mit höchster wissenschaftlicher Sorgfalt zu betreiben und ein Buch vorzulegen, welches sich mit entsprechenden Standards messen lassen könne.

Der Wissenschaftler Tim Becker erörterte die Frage, wie alt Meisburg nach neuesten Erkenntnissen tatsächlich sei und schlug einen Bogen von einer bemerkenswerten Fälscherwerkstatt im Kloster St. Maximin bei Trier um das Jahr 1116, die den Namen Meisburg (als „Meisbreth“) erstmals zu Papier gebracht habe zu der „echten“ Ersterwähnung Meisburgs als „Meisbrath“ in einer Urkunde von Papst Innozenz II. aus dem Jahr 1140.

Gottfried Hansen gab einen detaillierten Einblick in die aufwändigen Vorbereitungs- und Herstellungsprozesse des Drucks, für den er zahlreiche Anschauungsmaterialien wie Druckbögen und Druckplatten mitgebracht hatte. Hansen hatte die Federführung sowohl beim Satz als auch dem Druck der hochwertig gestalteten und verarbeiteten Chronik.

Anhand prägnanter Beispiele führte schließlich Gerd Stolz in die Kunst des Lesens und Verstehens alter Urkunden und Schriften ein, eine spannende Herausforderung, die die Grundlage für viele Beiträge der Chronik geliefert habe. Viele Urkunden aus knapp 900 Jahren Geschichte seien für dieses Buch erstmals aufbereitet worden.

Zur Buchpräsentation waren zudem zahlreiche Personen eigens aus der Partnergemeinde Schoppen (Belgien) nach Meisburg gereist. Als besonderen Gast konnte Ortsbürgermeister Görgen den Präsidenten des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl-Heinz Lambertz begrüßen.

 

 

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Das Meisburger Buch bereit zum Verkauf

 

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Buchvorstellung im Bürgerhaus Meisburg

 

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Die Autoren des Buches

 

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Ortsbürgermeister Johann Görgen (3.v.r.) und Bürgermeister Werner Klöckner (rechts) begrüßen die Gäste aus der belgischen Partnergemeinde Schoppen. Darunter: Karl-Heinz Lambertz (2.v.r.), Präsident des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens